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Erwachen wird fast überall als Aufstieg und Transzendenz beschrieben. Man erhebt sich über die Erfahrung, ruht als Gewahrsein und durchschaut den Handelnden. Diesen Weg beschreiben viele klassische Traditionen. Er funktioniert, und die Einsichten, die er schenkt, sind klar.

Das getrennte Ich kann vollständig als Gedanke durchschaut sein und trotzdem weiter im Körper gehalten werden: als Kontraktion und als Schutzreflex, der da war, lange bevor es Worte gab.

Ich nenne dies die Urwunde. Hier setzt ein zweiter Weg an – eine Bewegung nach unten, ein Abstieg in das, was bislang nicht berührt werden konnte.

Vielleicht kennst du das Gefühl

Nicht ganz hier zu sein, dich nicht liebenswert, gesehen oder verstanden zu fühlen. Als wäre etwas an dir grundsätzlich nicht in Ordnung.

Dieses Gefühl ist älter als jede Erinnerung. Es stammt aus der Zeit, in der wir uns noch ungetrennt von etwas liebenden Größeren empfunden haben, und aus dem Moment, in dem diese Verbindung scheinbar abriss.

Auf diesem Gefühl des Getrenntseins baut vieles auf, was wir später Persönlichkeit nennen. Und es erklärt, warum man jahrelang ernsthaft an sich arbeiten kann und es sich dennoch nicht löst. Auch Erwachen berührt es oft nicht.

Der Goldene Faden ist ein solcher Weg in die Tiefe.

An ihm entlang befreit sich von selbst, was sich vor die Urwunde gestellt hat. Und in der Tiefe zeigt sich das Untrennbare – und mit ihm essentielle Qualitäten, die nie fort waren. Wir hatten lediglich den Kontakt zu ihnen verloren.