
|
Du erlebst spirituelle Phänomene, die nicht in eine einzige Tradition passen? Die Multidharma-Landkarte zeigt: |
Nicht alle Erfahrungen bilden einen Themenfaden. Es gibt Begleiterscheinungen, die einmalig oder gelegentlich auftreten, aber keine Kernbestandteile Deines Erwachensprozesses sind. Ein Faden ist ein Aspekt Deines Erwachens, der sich allmählich vertieft und weiterentwickelt. Das Erleben wird mit der Zeit immer leerer oder immer verfeinerter, je nach Faden. Die Grundlage Deiner täglichen Erfahrung verschiebt sich kontinuierlich auf einen Endpunkt des Fadens hin. Interessant ist, dass bei sehr vielen Menschen nicht nur ein Themenfaden abläuft, sondern gleich mehrere. Wieviele Fäden jemand durchläuft, in welcher Kombination, auf welche Weise sie sich verweben und wie lange sie laufen, das ist absolut einzigartig.
Besteht Dein Erwachen aus mehr als einem Faden, so scheinen die Themen der Fäden zunächst unvereinbar zu sein und einander zu widersprechen. Schreitet der Prozess voran, beginnen die Fäden sich miteinander zu verweben und irgendwann wird das Erleben auf jedem Faden nondual, d.h. die Idee eines getrennten, eigenständigen und dauerhaften Selbst löst sich auf. Der Prozess kann sehr dynamisch sein, auch auf einem Faden oder zwischen Fäden hin- und herspringen. Diese Art des Erwachens kommt häufiger vor als die klassisch überlieferten, findet sich jedoch auf keiner der traditionellen Landkarten wieder.
Das macht die Landkarte der Erwachensfäden so spannend, denn sie ist fluide und bietet viel Freiraum für das gesamte Erleben. Erwachen ist so individuell, wie die Menschen, die erwachen. Gleichzeitig belegen Studien, dass sich im Erleben der erwachenden Menschen sehr ähnliche Einsichten und Erfahrungen wiederfinden lassen. Das gibt dem Ganzen auch einen universellen Charakter.
Besteht Dein Erwachen aus mehr als einem Faden, beginnen sie sich mit der Zeit zu integrieren. Sie "färben" dabei aufeinander ab und gehen ineinander über. Scheinbare Widersprüche sind gleichzeitig und gleichwertig wahr. Etwas kann so, als auch anders betrachtet werden. Irgendwann gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen Leerheit, Liebe, Energie, Unbewusstem und der gewöhnlichen Alltagswelt. Alle Fäden sind vollständig zu einem multidimensionalen Strang verschmolzen, wobei die Einsichten aller Fäden gleichzeitig vorhanden sind. Spätestens bei der Integration werden die Fäden mit dem Faden des Alltags verwoben. Die Kluft zwischen spirituellen und alltäglichen Erfahrungen beginnt sich zu schließen.
Die Fäden haben sich auf einen Endpunkt, eine ultimative Wahrheit des Erwachens hin entwickelt. Gegen Ende der Integration kommt es häufig zu Höhepunkten wie zuvor noch nie erlebt: die tiefsten Zustände der Leerheit, die allumfassendsten Manifestationen von Liebe und Göttlichkeit, die intensivsten energetischen Phänomene ebenso wie Traumata oder Schattenthemen, die sich um Leben und Tod drehen. Das Loslassen der Fäden kann plötzlich oder allmählich verlaufen. Wenn auch die heiligsten, verfeinersten und subtilsten Einsichten irgendwann gehen, kann das Leben einfach das sein, was es ist. Es muss weder interpretiert, kommentiert und in Frage gestellt werden, noch ist es notwendig, sich damit zu identifizieren, es zu fixieren und in Konzepte zu packen oder irgendwie auf Abstand gehalten werden.
Wahrheitsansprüche und Glaubenssysteme sind nun allesamt weniger glaubwürdig, da sie nur auf gedankliche Konzepte verweisen. Es gibt keine eindeutige Position zur Realität mehr, keine festen Standpunkte, denn dies würde nur eine weitere Dualität erschaffen. Standpunkte können selbstverständlich aus praktischen Gründen vorübergehend eingenommen werden, sie sind aber nichts Fixes mehr, was verteidigt werden muss. Jedes Wort, jedes Konzept ist ohnehin nur ein mentales Konstrukt. Und auch Erfahrungen müssen nicht länger fixiert und stabilisiert werden. Sind die Fäden vollständig losgelassen, löst sich auch die Identifikation damit. Ohne Glaubenssysteme, Identifikation und Fixierung kommt das selbst verursachte Leiden zum Ende und macht Raum für eine grundlegende Gelassenheit und ein Infriedensein gegenüber allen Erfahrungen. Nichts kann anders sein, als es ist.
Dies ist der erstaunlichste Teil des Prozesses: Du vergisst alles über Bewusstsein und Wahrnehmung, Heiligkeit und Energie, Konditionierung und Integration, weil sich die Fragen danach einfach nicht mehr stellen. Selbst Begriffe wie Erwachen und Spiritualität verlieren jegliche Bedeutung, da sie nicht mehr relevant sind. Der Prozess hat seinen Lauf genommen und es gibt im Prinzip nichts mehr dazu zu sagen. Solange die Fäden noch laufen, ist das schwer nachvollziehbar. Es ist bemerkenswert, wie außergewöhnlich gewöhnlich das Erleben nun ist und gleichzeitig wirst Du es gegen nichts anderes jemals tauschen wollen.
Dann abonniere meinen Newsletter | Link führt zum Newsletteranbieter Sendinblue GmbH, Köpenicker Str. 126, 10179 Berlin. Du kannst dich jederzeit und kostenfrei vom Newsletter-Empfang abmelden.